Team BioBloom/ Juni 23, 2021/ Blog, Unkategorisiert/ 0Kommentare

Das unterschätzte Cannabinoid CBDa

Was bedeutet CBDa?

CBDa bedeutet Cannabidiolic acid (CBD acid), auf deutsch Cannabidiolsäure. Wie der Name schon verrät, steht CBDa in Verbindung mit dem bekannten CBD (Cannabidiol), einem Cannabinoid der Hanfpflanze. CBDa wird vielfach auch als die saure Vorstufe von CBD bezeichnet. Die Verwandtschaft erklärt sich dadurch: CBDa ist das Hauptcannabinoid im frischen Hanf, wo die Cannabidiolsäure noch nicht zu CBD umgewandelt wird. Die Umwandlung von CBDa zu CBD passiert entweder ganz langsam durch Alterung oder durch Decarboxylierung (Erhitzen). Durch einen längeren Decarboxylierungs-Vorgang kann man sowohl CBDa als auch CBD gewinnen.

CBD chemische Formel

Die chemische Formel von CBD

CBDa chemische Formel

Die chemische Formel von CBDa

Was sind Cannabinoide?

Cannabinoide wie eben CBD und CBDa – sie werden auch als Phytocannabinoide bezeichnet – sind die Hauptinhaltsstoffe der Hanfpflanze. Bislang wurden rund 120 identifiziert. Das bekannteste Cannabinoid ist noch immer das berauschende THC (Tetrahydrocannabinol), CBD gilt als das am meisten vorkommende Cannabinoid im Nutzhanf. Wie bereits erwähnt entstehen diese beiden Cannabinoide erst durch Erhitzen. Ohne Erhitzen sind im wachsenden Hanf oder im frisch geernteten Hanf eben ihre sauren Vorgänger, nämlich CBDa und THCa (Tetrahydrocannabinol) enthalten. Ein weiteres wichtiges und auch immer mehr beachtetes Cannabinoid ist zum Beispiel CBG, das ebenfalls im frischen Hanf als saure Vorstufe in Form von CBGa enthalten ist. Die Hanfpflanze enthält zudem noch mehrere hundert weitere bedeutende Inhaltstoffe, unter anderem Terpene und Flavonoide.

CBDa Diagramm

Die Entwicklung der Cannabinoide

Der Unterschied zwischen CBD und CBDa

Die Cannabidiolsäure ist die saure Vorstufe (deshalb auch der Name Cannabidiolsäure) von CBD, also ohne CBDa gibt es kein CBD. CBD wird durch Decarboxylierung von CBDa erst aktiviert, deshalb wird CBDa oft als „inaktives“ Cannabinoid bezeichnet. Die Bezeichnung inaktiv stammt noch aus Zeiten, als man dem CBDa noch keine Eigenschaften zuerkannte. Trotz ihrer Verwandtschaft gelten beide als eigenständige Cannabinoide der Cannabispflanze und CBDa ist in seiner Wirkung alles andere als „inaktiv“. Sie sind sich zwar ähnlich, doch es gibt einen bedeutenden Unterschied: Im Gegensatz zu CBD ist CBDa ein selektiver COX-2-Inhibitor bzw. COX-2-Hemmer, der bei Entzündungsprozessen eine große Rolle spielt.

Hanffeld CBDa

CBDa und die weiteren Cannabinoide entwickeln sich in erster Linie in den Hanfblüten

Wie kann man CBDa aus der Hanfpflanze gewinnen?

CBDa befindet sich in großen Mengen in den Blüten von frischem Hanf bzw. Hanf, der noch auf den Feldern wächst. Nach der Hanfernte werden die Hanfpflanzen und im Besonderen die Hanfblüten getrocknet und schonend weiterverarbeitet, also zerkleinert. Hierbei bleibt CBDa noch in dementsprechend großen Mengen erhalten, so ist die Cannabidiolsäure zum Beispiel die Hauptkomponente in hochwertigen Hanftees. Will man die größtmögliche Menge CBD und CBDa aus der Hanfpflanze gewinnen, so muss man die Hanfblüten extrahieren, im Idealfall mittels schonender CO2-Extraktion. Hierbei erhält man ein Hanfvollextrakt. Danach kommt das gewonnene Vollextrakt zur Decarboxylierung (Erhitzen), wo das CBDa schließlich zu CBD umgewandelt wird. Um einen großen Teil Cannabidiolsäure zu erhalten, darf der Decarboxylierungsvorgang nicht zu 100% abgeschlossen werden. Denn nur dann ist eine große Menge an CBDa gewährleistet.

Können CBD und CBDa synergetisch wirken?

DDr. Gerhard Nahler vom Internationalen Institut für Cannabinoide in Laibach forscht schon seit einigen Jahren zu CBDa und seiner Wirkung. Er kam bereits 2016 zu folgendem Forschungsergebnis: „Die gleichzeitige Verabreichung von CBDa mit CBD erhöht die Bioverfügbarkeit von CBD“, so DDr. Nahler zur Cannabidiolsäure und ihrer Synergieeffekte mit CBD. Auch deshalb spielt CBDa in Hanfvollextrakten mit CBD eine so wichtige Rolle und sollte in einem guten Verhältnis vorhanden sein.

DDr. Nahler

DDr. Nahler forscht am Institut für Cannabinoide schon seit einigen Jahren zu CBDa

Das Endocannabinoid-System

Anfang der 1990er Jahre wollten Wissenschaftler herausfinden, warum Cannabis derart effektiv im Körper des Menschen wirkt. Dabei entdeckten sie im Jahre 1992, dass Menschen über ein körpereigenes Cannabinoid-System verfügen.

Der menschliche Körper produziert also von sich aus Cannabinoide, die an sehr vielen Körperfunktionen beteiligt sind bzw. diese mitregulieren. Diese körpereigenen Cannabinoide nennt man endogene Cannabinoide, deshalb auch der Name Endocannabinoid-System (ECS). Diese endogenen Cannabinoide sind die natürlichen chemischen Botenstoffe des Körpers.

Das ECS ist Bestandteil des menschlichen Nervensystems. Bislang konnten zwei primäre Cannabinoid-Rezeptoren bestimmt werden:  der CB1-Rezeptor und der CB2-Rezeptor.  Diese sind über das zentrale und periphere Nervensystem verstreut. Sie beeinflussen elementare körperliche Prozesse wie zum Beispiel die Regulierung des Appetits, unser Gedächtnis, die Schmerzwahrnehmung, den Schlaf und auch die Immunfunktion des Körpers.

Kommt es zu einem Mangel an endogenen Cannabinoiden, kann das zu Störungen in den elementaren Körperfunktionen führen, die zu großen Belastungen des generellen Wohlbefindens führen und mitunter sogar Erkrankungen nach sich ziehen können.

CBDa Cb1rezeptor

CB1-Rezeptor

CBDa cb2rezeptor

CB2-Rezeptor

An welche Rezeptoren dockt CBDa an?

CBDa dockt wie CBD an die CB1- und CB2-Rezeptoren an. Ähnlich wie CBD bindet es nicht direkt an die Rezeptoren, sondern wirkt modulatorisch.

Auch ähnlich dem CBD nimmt man an, dass die Cannabidiolsäure noch an weitere Rezeptoren andockt, zum Beispiel an den Serotonin-, auch 5-HT-Rezeptor genannt und an die TRPV-Rezeptoren.

Was ist die Wirkung von CBDa?

CBDa steht zwar noch immer im Schatten der großen Schwester CBD, nachdem der Pionier der Cannabisforschung, Raphael Mechoulam im Oktober 2019 bei einer Konferenz in Kalifornien über seine neuesten Erkenntnisse in Bezug auf CBDa berichtet hat, wird der Cannabidiolsäure nun auch mehr Aufmerksamkeit geschenkt. DDr. Nahler hat in seinen Forschungen bereits im Jahr 2016 die Eigenschaften von CBDa so formuliert: „In vitro zeigte CBDa antiinflammatorische, antimikrobielle und tumorinhibierende Eigenschaften, unterdrückte aber auch Übelkeit und Erbrechen.“ Raphael Mechoulam kam bei seinen Forschungen zum – für viele erstaunlichem – Ergebnis. Nämlich, dass die natürlich vorkommende, aber instabile CBD-Säure (CBDa) tausendmal wirksamer als CBD bei der Bindung an einen bestimmten Serotoninrezeptor sei. Dieser Rezeptor soll unter anderem für die Linderung von Übelkeit und Angst verantwortlich sein.

Die Forschungslage zu CBDa

Wie bereits erwähnt ist CBDa noch nicht wirklich lange im Fokus der Wissenschaft und es bedarf noch vieler weiterer Studien und Forschungsarbeiten. Die bereits formulierten Erkenntnisse zu den Eigenschaften der Cannabidiolsäure weisen allerdings darauf hin, dass die „kleine Schwester“ des CBD noch intensiv weitererforscht wird und als eigenes, wichtiges Cannabinoid noch eine große Rolle in der Medizin spielen wird.

In welchen Produkten kommt CBDa zum Einsatz?

Reine CBDa-Produkte gibt es noch keine. Meist ist die Cannabidiolsäure in CBD Ölen bzw. in CBD-Produkten zu finden, nämlich wenn es sich um hochwertige Hanfvollextrakte handelt. Was bedeutet Vollextrakt bzw. Vollspektrum? In derartigen Produkten sind alle Inhaltsstoffe der Cannabispflanze, also das gesamte Spektrum enthalten. Das Zusammenspiel der natürlichen Inhaltsstoffe ist für die Bioverfügbarkeit von CBD und eben auch der anderen enthaltenen Wirkstoffe von großer Bedeutung. Hier wird auch oftmals vom Entourage-Effekt gesprochen. Dieser Begriff aus der Cannabisforschung besagt, dass nicht isolierte Reinsubstanzen (wie z.B. CBD-Isolat) sondern CBD, CBDa usw. im natürlichen Zusammenspiel mit allen enthaltenen Wirkstoffen am besten im Körper wirken.

Was kann CBDa in CBD Ölen bewirken?

CBDa in CBD Ölen ist ein absolutes Qualitätsmerkmal. Zum einen weist es auf ein Vollspektrum-Öl hin, zum anderen spielt es für die Bioverfügbarkeit von CBD eine große Rolle und CBDa ist eben aufgrund seiner Eigenschaften ein wertvoller Inhaltsstoff, der in keinem guten CBD Öl fehlen sollte.  Am besten ist es, wenn CBDa im Verhältnis 1:2 zu CBD enthalten ist. Dadurch ist einerseits eine gute Bioverfügbarkeit von CBD gegeben und darüber hinaus können damit die Eigenschaften der Cannabidiolsäure besonders gut aktiviert werden. Seriöse CBD Öl Anbieter bieten bei den Produkten immer eine detaillierte Analyse über die Inhaltsstoffe des Extrakts an. Hier ist der Anteil und das Verhältnis von CBDa zu CBD ersichtlich.

Welche Rolle spielt Bio bei CBDa?

Beim Thema Qualität und CBD Öle kommt man nicht umhin auch auf eine Bio-Zertifizierung zu achten. Da die Cannabidiolsäure aus der Hanfpflanze kommt und dem Körper zugeführt wird ist es unerlässlich, dass der Hanf aus biozertifizierter Landwirtschaft stammt. Damit ist sichergestellt, dass in den Hanfblüten keine Schwermetalle und andere Verunreinigen, wie z.B. durch Dünger enthalten sind.

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